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Montag, 15. März: ein gutes Wort für den Tag: Menschen gehen zu Gott in ihrer Not

Montag, 15. März: ein gutes Wort für den Tag: Menschen gehen zu Gott in ihrer Not


# Berichte
Veröffentlicht von Marc Blessing am Montag, 15. März 2021, 18:55 Uhr

Bild für den Tag

Auguste Bourotte, betende Frau, Öl auf Leinwand, 1897


Wort für den Tag

Menschen gehen zu Gott in ihrer Not,
flehen um Hilfe, bitten um Glück und Brot
um Errettung aus Krankheit, Schuld und Tod.
So tun sie alle, alle, Christen und Heiden.


Menschen gehen zu Gott in Seiner Not,
finden ihn arm, geschmäht, ohne Obdach und Brot,
sehen ihn verschlungen von Sünde, Schwachheit und Tod.
Christen stehen bei Gott in Seinen Leiden.


Gott geht zu allen Menschen in ihrer Not,
sättigt den Leib und die Seele mit Seinem Brot,
stirbt für Christen und Heiden den Kreuzestod,
und vergibt ihnen beiden.

(Dietrich Bonhoeffer)


Impuls - von Marc Blessing

Jeden Tag kommt die ältere Frau in die Kirche.

Sie kniet auf einem Gebetsstuhl nieder und faltet die Hände zum Gebet. Verharrt. Still.

Menschen gehen zu Gott in ihrer Not.


Ich sehe ihr Gesicht und ich frage mich: 

Was hat dich gezeichnet? 

Welche Last trägst Du mit dir herum? 

Ist es die Sorge um ein krankes Kind, die dich bedrückt? 

Oder fehlt dir der Mann, den du geliebt hast, und der nicht mehr bei dir ist? 

Was ist es, das dir das Herz schwer macht?  

Ist es vielleicht eine Diagnose, die dich erschreckt hat und mit der du nicht zurecht kommst? 

Plagen dich die Einschränkungen des Alters, die schwächer werdenden Kräfte, das abnehmende Gedächtnis, die begrenzte Zeit, die dir noch bleibt? 

Vielleicht drückt dich auch die Not, die du dir selber bist. Grenzen, die du spürst und die dich einengen, ungelebte Möglichkeiten, die dich traurig machen - oder auch Schuld, die niemand abnehmen kann. 


Gezeichnet ist diese Frau, und sie ist es nicht allein. 

Krank geworden unter der Last ist sie - und mit ihr sind es viele.

Nicht immer ist das so sichtbar wie bei ihr. 

So aber kommt sie in die Kirche jeden Tag. 

Verharrt. Still. 

Sie sucht den Ort des Gebets, 

kommt dorthin, wo sie Gott nahe ist. 

Findet ihn arm, geschmäht, ohne Obdach und Brot

sieht ihn verschlungen von Sünde, Schwachheit und Tod. 


Sie hält ihr Leben Gott hin. 

Mit leeren Händen und einem beladenen Herz. 

Sie braucht nichts zu sagen. 

Nichts zu bitten. Die gefalteten Hände sind ihr ganzes Gebet. 


Und da, am Ort des Gebets, fällt ihr Blick auf das Kreuz. 

Auf den Gekreuzigten. 

Christen stehen bei Gott in seinen Leiden. 

Sie blickt auf Christus, der gezeichnet ist wie sie. 

In seiner Gemeinschaft spürt sie: ich bin nicht allein. 

Ich stehe bei ihm. In seinen Leiden. 

Und in ihrer Stille steigt das Gebet Jesu am Kreuz in ihr auf:  

In deine Hände befehle ich meinen Geist. 

So kniet sie dort in der Kirche, 

die gezeichnete Frau, unter dem Kreuz, 

bei Jesus in seinem Leiden. Still. 


Und auf einmal ist es, als lege er seine Hand auf sie, 

als berühre er mit seiner Kraft die wunden Punkte,

die Not ihres Lebens, alles, was sie bedrückt und bedrängt.  

Und es ist, als ginge ein heilender Geist von ihm aus, 

der sie aufrichtet und befreit. 

Gott geht zu allen Menschen in ihrer Not

sättigt den Leib und die Seele mit seinem Brot. 

Und die Frau erhebt sich, bekreuzigt sich,  

steht auf und verlässt die Kirche. 

Morgen kommt sie wieder. 


Lied für den Tag: EG 91: Herr, stärke mich

Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken,
mich in das Meer der Liebe zu versenken,
die dich bewog, von aller Schuld des Bösen
uns zu erlösen.


Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden
ein Ärgernis und eine Torheit werden:
so sei's doch mir, trotz allen frechen Spottes,
die Weisheit Gottes.


Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden kränken,
so lass dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken.
Dein Kreuz, dies sei, wenn ich den Tod einst leide,
mir Fried und Freude.

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