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2. Februar 2021: Mariä Lichtmess: Licht - Hoffnung - Leben

2. Februar 2021: Mariä Lichtmess: Licht - Hoffnung - Leben


# Berichte
Veröffentlicht von Marc Blessing am Mittwoch, 3. Februar 2021, 15:17 Uhr

Wenn's an Lichtmess stürmt und schneit, 

ist der Frühling nicht mehr weit.

(Bauernregel zu Mariä Lichtmess) 


Liebe Freundinnen und Freunde,

diese "Wettervorhersage" lässt doch auf einen baldigen Frühling hoffen, bei dem heutigen Dauerregen - oder etwa nicht? 

Sie wundern sich und fragen: Was hat das mit Maria Lichtmess zu tun? Nun, dazu weiter unten. Zunächst: Heute ist Mariä Lichtmess, ein in evangelischen Kreisen weniger bekanntes Fest. Sie fragen: Die Evangelischen feiern ein Marienfest? Ja und nein: Der Tag bezeichnete bis 1912 das Ende der Weihnachtszeit und wird überwiegend in Katholischen und Orthodoxen Gemeinden begangen. Doch auch evangelische Kirchen feiern diesen Tag, so in diesem Jahr beispielsweise die Bayerische Landeskirche mit einer Kunstaktion "Hoffnung, Leben, Licht". https://www.sonntagsblatt.de/a...

Der Ursprung von Mariä Lichtmess liegt in der alttestamtentlichen Regel, wonach eine Frau 40 Tage nach der Geburt ihres Kindes als unrein galt und anschließend ein Reinigungsopfer im Tempel zu bringen hatte. Das Fest hieß deshalb auch "Mariä Reinigung". Maria brachte ihren Sohn Jesus zum Tempel und spendierte, da er der Erstgeborene war und Gott geweiht werden musste (Darstellung des Herrn), eine Taube und ein Schaf als Opfergaben.

Ein weit verbreiteter Brauch zu Lichtmess waren (und sind z.T. noch heute) Lichterprozessionen in der Kirche und Kerzenmärkte. Französisch heißt das Fest deshalb "Chandeleur". Es soll daran erinnern, dass Christus das Licht der Welt ist. Traditionell gibt es am 2. Februar in Frankreich Crêpes, denn die runde Form und die goldene Farbe der Pfannkuchen erinnern an die Sonne. Und die lässt seit Weihnachten nun in zunehmender Geschwindigkeit die Tage immer länger werden.

Mit dem Tag haben sich viele Bauernregeln verbunden: 

Wenns zu Lichtmess stürmt und schneit, 

ist der Frühling nicht mehr weit. 

oder

"Wenn der Dachs zu Maria Lichtmeßen mittags zwischen 11 und 12 Uhr seinen Schatten sieht, so muss er noch vier Wochen in seinem Baue bleiben", lautete eine andere Bauernregel, die ansagte, dass der Winter noch eine Weile bleibe. Deutsche Einwanderer haben in Pennsylvania aus Mangel an Dachsen den Brauch auf das Murmeltier übertragen, wo bis heute in dem kleinen Städtchen Punxsutawney das Murmeltier Phil aus seinem Bau gelockt wird, um zu sehen, wie das Wetter wird. Daraus entstand der Hollywoodklassiker "Und täglich grüßt das Murmeltier"

Schließlich war der 2. Februar für Dienstangestellte früher ein Feiertag, weil sie ihren Jahreslohn erhielten und ihr Vertrag verlängert wurde - und dann gab es ein Fest. Wurde er nicht verlängert, gab es dennoch ein paar Tage frei, oft der einzige "Jahresurlaub" für Dienstangestellte. 

Heute sind viele dieser schönen Bräuche verschwunden. Aber für Dienstangestellte wäre heute der Tag, einmal früher als sonst Schluss zu machen und in Ermangelung von offenen Restaurants ein schönes Crêpes-Abendessen zu gestalten und bei angezündeten Kerzen ein gemütliches Nachtmahl zu genießen. Weihnachten ist vorbei, aber die Nachricht vom "Licht, das die Dunkelheit vertreibt" nährt weiter unsere Hoffnung - und könnte heute sogar mal in Form von goldbraunen Pfannkuchen durch den Magen gehen. 

Frohe Weihnacht gehabt zu haben!

Ihr Marc Blessing