Johannestag: 24. Juni: ein gutes Wort für den Tag: er muss wachsen!

Johannestag: 24. Juni: ein gutes Wort für den Tag: er muss wachsen!


# Berichte
Veröffentlicht von Marc Blessing am Sonntag, 28. Juni 2020, 15:24 Uhr

Johannestag, 24. Juni: ein gutes Wort für den Tag


Wort für den Tag

Johannes der Täufer sagt von Jesus:

"Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen." Johannes 3, 30


Impuls - von Matthias Burghardt

Liebe Leserinnen und Leser,

wahrscheinlich denken manche von uns mit Seufzen darüber nach, dass besonders der zweite Teil dieses Satzes auch auf sie zutrifft-ein Blick in den Spiegel reicht, um auch mich davon zu überzeugen. Mehr Bewegung und weniger Essen, dazu ist der Sommer ja genau das Richtige.

Gemeint ist mit dem Satz allerdings etwas ganz anderes: Johannes der Täufer sagt diese Worte seinen Jüngern, die sich darüber wundern, dass Jesus so viel Zulauf hat. Jesus findet für Johannes sehr ehrende Worte, oder aber seine eigene Bedeutung dabei zu relativieren (Mt 11,11). Und für Johannes, der ja Jesu Verwandter ist, ist die Sache klar: Siehe oben.

Die Kirche hat sich an Johannes abgearbeitet. Schon die ersten Christen taten das. Die Radikalität und Unbestechlichkeit, mit der er auftrat, hat erschreckt und fasziniert zugleich: "Meint nicht, dass ihr bei Euch sagt: Wir haben Abraham zu Vater. Ich sage Euch: Gott kann Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken." (Lukas 3,8). Das ist für alle kirchlichen und sonstigen Autoritäten, ja sogar für uns einfache Christen eben schwere Kost... Ich mach da selbst keine Ausnahme...

Man hat dem Johannes im Kirchenkalender wegen des Verses mit dem Wachsen und Abnehmen den Tag gegeben, der dem Weihnachstfest sozusagen gegenüber liegt, den 24. Juni. Der Tag, an dem die Tageszeit auf der Nordhalbkugel wieder abnimmt und die Wärme aber noch zunimmt. Mit dieser Wahl sollen wir dazu aufgemuntert werden, mit Johannes mitzusprechen: Christus soll in mir und bei uns wachsen, ich aber soll abnehmen, indem ich z.B. in der Freiheit wachse, in der Freiheit von der Angst um mich und vom Kampf um die eigene Geltung.

Wir kennen als Leute aus dem deutschsprachigen Raum, wo die Sommernächte nicht ganz so kurz und die Winternächte nicht ganz so lang sind wie weiter im Norden, den Johannes im Volksmund nur von der Johannisbeere, die jetzt so ungefähr reif wird. In Skandinavien, Russland und dem Baltikum (vielleicht auch in Kanada?) ist das ganz anders-die Sommersonnenwende wird ausgiebig gefeiert-und die Johannisnacht von 23. auf den 24. Juni (die wenigstens im Baltikum und in Russland auch so, und nicht etwa "Mitsommernacht", heisst) ist der Höhepunkt. Beide Tage darum herum sind frei und niemand käme auf die Idee, am Morgen des Johannistags einen Termin wahrzunehmen...

Das halbe Jahr ist um und der Sonnenstand nimmt wieder ab. Möge Christus bei uns wachsen und wir in seiner Liebe zunehmen!

Lied:

 

Gebet:

Das Jahr ist auf seiner Höhe.

Wir beten zu dir,

du Schöpfer des Himmels und der Erde.

Wir schauen zurück und beten:

Wandle in Segen,

was in den zurückliegenden Wochen zur Last wurde.

Gib neues Leben,

wo Krankheit und Hass den Atem stocken ließen.

Du Schöpfer des Himmels und der Erde,

geh mit deinen Geschöpfen in diesen Sommer.

Das Jahr ist auf seiner Höhe.

Wir schauen zurück und

halten Ausschau nach dem Kommenden.

Du Herr der Zeit und unseres Lebens,

wir vertrauen dir

in diesen hellen Tagen und auch dann,

wenn die dunklen Tage wiederkommen

durch Jesus Christus.

Amen.

(Quelle: velkd.de)