Donnerstag, 28. Mai 2020: ein gutes Wort für den Tag: getauft

Donnerstag, 28. Mai 2020: ein gutes Wort für den Tag: getauft


# Berichte
Veröffentlicht von Sekretariat Luther Genf am Freitag, 29. Mai 2020, 11:49 Uhr

Donnerstag, 28. Mai 2020: ein gutes Wort für den Tag: getauft!

 

Bildnachweis: Wikpedia: Baptisterium in Riva San Vitale, aus dem 5. Jahrhundert. Es ist das älteste christliche Bauwerk der Schweiz und steht mitten im Dorf Riva San Vitale am südlichen Ende des Luganersees im Kanton Tessin. Am 21. April 2014 wurde dort die Erweiterung der gemeinsamen Taufanerkennung der AGCK- CH auch vom BELK unterzeichnet.

 

Psalm 8 (H.D. Hüsch)

Gott, du bist unser Schöpfer,

deinen Namen würde ich am liebsten in den Himmel schreiben,

damit alle Menschen auf der Erde erkennen:

Du bist grösser als der Himmel und die Erde.

Die Kinder und Säuglinge,

wenn sie singen und lachen,

wenn sie plappern - sie loben dich,

weil du uns beschützt vor allen Feinden und schlimmen Leuten.

Wenn ich aber den Himmel betrachte,

den Mond und die Millionen Sterne,

die heisse Sonne spüre,

dann komme ich mir so klein,

so nichtssagend vor.

 

Warum nimmst du uns an die Hand, Gott?

Warum denkst und sorgst du für uns?

Für mich ist das unbegreiflich,

dass du uns zu deinem Ebenbild geschaffen hast,

gute Menschen, die deine Schöpfung beschützen sollen:

Schafe und Rinder, die wilden Tiere;

Die Vögel am Himmel und die Fische im Meer,

die grossen Bäume und das kleine Vergissmeinnicht.

Gott, du bist unser Schöpfer,

dein Name soll gross am Himmel stehen;

denn du sagst "Ja" zu uns,

bevor wir überhaupt sprechen können.

So bist du unser Herr,

und sonst ist keiner mehr Herr über uns.

 

Impuls: Was mir meine Taufe bedeutet - von Dagmar Magold


Normalerweise wäre am kommenden Sonntag in unserer Kirche Konfirmation wie jedes Jahr an Pfingstsonntag. Junge Menschen würden ihr Taufversprechen nun selbst bekräftigen und sie würden mit dem Segen Gottes in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen.

Aber was ist schon normal in Corona-Zeiten? Die Konfirmation, ebenso Taufe und Abendmahl, werden verschoben auf eine Zeit, in der wir uns alle wieder ohne social distancing und ausgeklügelte Hygienekonzepte begegnen können.


Was hält und trägt mich in Zeiten von Corona, in denen ich nicht zum Gottesdienst gehen kann, kein Abendmahl stattfindet, wo keine Trauungen und Taufen stattfinden können, ja noch nicht einmal normale Gemeinschaft möglich ist?


Da habe ich mich an meine Taufe erinnert und wie das Wissen um Gottes Zusage zu meinem Leben mich durch die Jahre hindurch getragen hat. Ich bin als Baby getauft worden, wie es in meiner Heimat damals üblich war. Naturgemäß kann ich mich nicht daran erinnern. Aber ich weiß: Noch bevor ich selbst überhaupt denken, sprechen und glauben konnte, hat Gott längst sein Ja zu mir gesprochen. Meine Eltern und Paten haben dann stellvertretend für mich ihr "Ja" gesprochen.


In der Konfirmation mit 14 Jahren habe ich dann selbst voller Überzeugung dieses "Ja" zu Gott bestätigt. Es war für mich ein ernsthafter und sehr heiliger Moment. Die 1. Frage des Heidelberger Katechismus, die wir im Konfi-Unterricht damals auswendig lernen mussten, ist mir immer im Kopf und im Herzen geblieben. Dort heißt es: "Was ist dein einziger Trost im Leben und Sterben?

Dass ich mit Leib und Seele im Leben und im Sterben nicht mir, sondern meinem getreuen Heiland Jesus Christus gehöre."

 

Am Beginn meines Theologiestudiums geriet mein Glaube aus Kinder- und Jugendtagen ins Wanken. Und da ist mir meine Taufe ganz wichtig geworden. Gerade in den tiefsten Glaubenszweifeln konnte ich mich auf Gottes Zusage verlassen: "Fürchte dich nicht, ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein."


Mir konnte Gott gar nicht abhandenkommen, weil Gott schon längst sein Ja zu mir gesagt hatte, und dieses Ja gilt für immer und ewig. Nichts und niemand können mich von dieser Liebe trennen, die mir in der Taufe unumstößlich zugesagt worden ist.


Ein 2. Punkt ist mir dann später sehr wichtig geworden: Ich stehe nicht allein. Ich bin in die weltweite Gemeinschaft der Kirche Jesu Christi hinein getauft. Schwestern und Brüder weltweit sind mir an die Seite gegeben. Und wir tragen in jeder Hinsicht Verantwortung füreinander. Darum ist es für mich nur folgerichtig und die Konsequenz meiner christlichen Existenz, mich für die Ökumene einzusetzen, auch wenn es manchmal schwierig ist.


Und gerade in Zeiten von social distancing hilft mir der Gedanke, dass ich durch meine Taufe in ein weltweites Netzwerk der Glaubenden eingewoben bin, dass mich trägt. Heute taufe ich selber Menschen. In den Taufgesprächen wird deutlich, wie sehr sich Eltern für ihre Kinder den Segen Gottes wünschen. Und sie wünschen sich jemanden an ihrer Seite, der sie selbst trägt und tröstet und ihnen Kraft gibt, den Weg des Lebens mit ihren Kindern zu gehen. Als Mutter weiß ich das nur zu gut aus eigener Erfahrung und ich bin dankbar dafür, dass meine Eltern und Paten damals vor fast 60 Jahren mich zur Taufe gebracht haben.

 

 

Liedempfehlung: EG 200: Ich bin getauft auf deinen Namen

1) Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und Heilger Geist; ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt; Ich bin in Christus eingesenkt, ich bin mit seinem Geist beschenkt.

2) Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt; du hast die Frucht von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt; du willst in aller Not und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein.

4) Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so lass mich nicht verloren gehn; nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall getan.

Zum Anhören und Mitsingen: https://www.youtube.com/watch?v=DXUYaUV1Hi8



Bleiben Sie gesund und behütet.

Ihre Dagmar Magold