Dienstag, 19. Mai: ein gutes Wort für jeden Tag: Humor

Dienstag, 19. Mai: ein gutes Wort für jeden Tag: Humor


# Berichte
Veröffentlicht von Marc Blessing am Dienstag, 19. Mai 2020, 22:17 Uhr

Dienstag, 19. Mai 2020: ein gutes Wort für jeden Tag: Humor

 

Ein gutes Wort

Gott ließ mich lachen. (Gen 21, 6)

 

Impuls – von Marc Blessing: „Aber lachen bitte sehr….“

 

Es ist ja zur Zeit wirklich nicht zum Lachen. Mir jedenfalls wird die Zeit langsam lang und länger - und kein Ende ist in Sicht. Also, habe ich mir gedacht, heute etwas Aufmunterndes:


Die Ostjuden pflegen zu behaupten: Wenn man einem Bauern einen Witz erzählt, lacht er dreimal. Das erste Mal, wenn er den Witz hört, das zweite Mal, wenn man ihm den Witz erklärt, und das dritte Mal, wenn er den Witz versteht. 

Der Gutsherr lacht zweimal: das erste Mal wenn er den Witz hört, das zweite Mal, wenn man ihn erklärt. Verstehen wird er ihn nie. 

Der Offizier lacht nur einmal: nämlich wenn man ihm den Witz erzählt. Denn erklären lässt er sich prinzipiell nichts und verstehen wird er ihn ohnehin nicht. 

Erzählt man aber einem Juden einen Witz, so sagt er: „Den kenn ich schon!“ und erzählt einen besseren. 

 

Humor ist, wenn man trotzdem lacht!

Humor hilft, im Lebensbedrohlichen das Menschliche zu entdecken.

Eine Kunst! Und eine Lebenseinstellung - gerade jetzt.

 

SS-Kommandant zum Juden: „Wenn du errätst, welches meiner Augen aus Glas ist, lass ich dich laufen.“ 

Der Jude: „Das Linke.“

Der SS-Kommandant: „Das ist richtig! Wie hast du das so schnell erkennen können?“

Der Jude: „Es hat mich so menschlich angeschaut.“ 

 

Lachen heißt, das Schwere leicht zu nehmen. 

 

Das wünschte ich mir gerade für diese Zeiten, in denen es mir zunehmend schwer fällt, meine Lebensfreude und Unbeschwertheit zu bewahren. 

Dann ranzt man sich an – und fällt in alte Beziehungsmuster zurück. 

Und es ist nicht leicht, die Kraft aufzubringen, sich dann wieder zu versöhnen. 

 

Kalman erblickt am Jom-Kippur, dem Versöhnungstag, seinen Konkurrenten und Feind im Betsaal, streckt ihm versöhnlich die Hand hin und sagt: „Ich wünsche dir alles, was du mir wünschst!“

„Fängst du schon wieder an!“ erwidert jener bitter. 

 

Wer sich nicht versöhnt - bleibt allein. 

Und das ist nicht lustig – erst recht nicht auf Dauer.   

Ich bin froh über die Lockerungen, über die Möglichkeiten, langsam wieder aus dem Haus zu gehen und vielleicht sogar die älter werdenden Eltern bald wieder besuchen zu können, die Geschwister zu sehen, mit der Familie woanders als in den eigenen vier Wänden sein zu können. 

 

Denn wir brauchen einander - jetzt gerade. Und ich hoffe, dass dieses Gefühl und das daraus resultierende Verhalten auch nach Corona erhalten bleibt. Wie heißt es so schön in der Bibel: Zu zweit ist es besser als allein. Fällt einer, so hilft ihm der andere wieder auf. Jedenfalls in der Bibel: 

 

Bei der amerikanischen Armee war Pokern verboten. 

Ein Katholik, ein Protestant und ein Jude haben dennoch gepokert. 

Sie sollen sich vor Gericht verantworten. 

Der Katholik: „Ich schwöre bei der Heiligen Maria, ich habe nicht gepokert!“

Der Protestant beruft sich auf Martin Luther und schwört ebenfalls, nicht gepokert zu haben. 

Jetzt wird der Jude zum Eid aufgerufen. Er sagt: „Nu, Herr Richter, kann ich mit mir allein pokern?“

 

Eben! 

 

Wenn Anfang Juni die Regelungen für Gottesdienste und Kirchengemeinden hoffentlich gelockert werden, dann freue ich mich auch wieder auf richtige physische Begegnungen. Viele ältere Menschen sagen zurecht: „Soll ich die Zeit, die ich noch habe, zu Hause und eingeschlossen bleiben, ganz für mich allein?! Ich möchte wieder Gottesdienste feiern, wieder Leute treffen – ich kann selbst auf mich aufpassen.“ 

 

Ja, vielleicht ist es bald möglich, sich wenigstens im Freien wieder zu treffen – zu einem Picknick im Park oder einem Treffpunkt Gemeinde im Grünen? Oder zu einem Gottesdienst? Wenn wir tot sind, können wir das nicht mehr. Dann haben wir vielleicht andere Sorgen: 

 

Der protestantische Pfarrer kommt in den Himmel. Gleich am Tor übergibt ihm Petrus eine Volkswagen. „Weil du so brav und treu warst.“

Aber es geht nicht lang, da begegnet er seinem katholischen Kollegen. Der fährt in einem chromblitzenden Mercedes! „Warum kann er das?“ will der Pastor wissen, „ist der mehr als ich?“ 

„Nun ja, du weißt ja, das Zölibat, die großen Opfer, das muss auch belohnt werden.“ 

Nach einer halben Stunde trifft er den Rabbi. In einem Rolls-Royce!

„Also der, der hat kein Zölibat und nichts, und ich wünsche jetzt eine Erklärung, warum….“

Sankt Petrus legt den Finger auf den Mund: „Pscht! Ein Verwandter vom Chef!“ 

 

Es wird noch dauern. Aber ich bin überzeugt: Mit Humor schaffen wir die Krise besser. 

 

Ein Chassid tanzt lustig und singt dazu: „Der Mensch ist aus Staub und zu Staube wird er.“

Ein zufällig dabei stehender Nachbar: „Und darüber tanzest du? Das ist doch zum Weinen!“

Der Chassid: „Wieso zum Weinen? Wäre der Mensch aus Gold und er würde Dreck fressen, das wäre zum Weinen. Aber so: am Anfang Dreck, am Ende Dreck, und in der Mitte ein wenig Schnaps – da soll man nicht tanzen? 

Und vielleicht stellen wir dann überrascht fest: So schlimm war es dann auch nicht. 


"Wo warst Du die letzten sechs Monate?"

"Verreist!"

"Warum hast Du nicht Berufung eingelegt?"

 

Bleiben Sie fröhlich und behütet!

 

Ihr Marc Blessing


Abengebet

Zwei Juden sitzen im Rettungsboot - weit und breit kein Schiff, kein Land. 

"Lieber Gott," betet der eine, "wenn wir heil davon kommen, opfere ich die Hälftemeines Vermögens für gute Zwecke."

Es wird Nacht - immer noch keine Hilfe in Sicht. 

"Herr," betet der Jude wieder, "wenn du uns rettest, opfere ich zwei Drittel meines Vermögens."

Am andern Morgen ist die Lage noch genauso trostlos. 

"Herr", verspricht der fromme Jude, "wenn wir durch deine Hilfe aus diesem Schlamassel herauskommen..."

"Halt!" - schreit da der zweite, "hör auf mit die Angebote! Land in Sicht!"