Mittwoch, 06. Mai: ein gutes Wort für jeden Tag

Mittwoch, 06. Mai: ein gutes Wort für jeden Tag


# Berichte
Veröffentlicht von Sekretariat Luther Genf am Mittwoch, 6. Mai 2020, 07:00 Uhr
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Ein gutes Wort für jeden Tag; Mittwoch 6.Mai 2020

 

Wort des Tages: Hoffnung lässt nicht zuschanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den Heiligen Geist, welcher uns gegeben ist.

Römer 5,5 

Liebe Freundinnen und Freunde

In Corona-Zeiten ist ja alles anders als normal. Frau/man findet sogar Zeit, auch mal den Computer „ auszumisten und aufzuräumen“. Da haben sich über die Jahre Dokumente und Dateien angesammelt, an die ich überhaupt nicht mehr gedacht hatte und die so ein bisschen wie alte Fotos durcheinander im Schuhkarton ihr Leben fristen. Eigentlich wollte man sie schon lange sichten und sortieren. Aber wie das oft so im Leben ist, erst blieb es bei dem Vorsatz  und dann doch liegen.

Letzte Woche aber, an einem total verregneten Tag, habe ich dann tatsächlich angefangen, in meinen Dateien Ordnung zu schaffen. Man hat ja sonst nichts Sinnvolles zu tun. Dabei ist ein poetischer Text von Hanns Dieter Hüsch auf meinem Bildschirm aufgetaucht, den ich heute mit Ihnen und Euch teilen möchte, auch wenn wir noch nicht kirchenjahreszeitlich in der Pfingstzeit sind.

Mir gefallen  diese Gedanken von Hüsch sehr, sind sie leicht und doch tiefsinnig. Und sie verraten  mir ein wenig davon, wie der Heilige Geist sein könnte:

 

Der Geist, der lebendig macht

Ich bin gebeten, mir Gedanken zu machen

über den Geist, der uns begleitet und oft geführt hat,

vermutlich auch heute bis hier hin.

Ich kenne ihn seit meiner Geburt,

gut wir haben erst nachher erfahren

von ihm, dem Heiligen Geist.

Wir haben seit unserer Taufe von ihm gehört,

aber nichts verstanden,

in der Schule hörten wir oft von ihm,

aber wir konnten ihn noch nicht begreifen.

Auch zur Konfirmation kam er zu uns,

aber wir haben ihn nicht bei uns wohnen lassen,

noch nicht;

wir haben ihn nicht getroffen,

wir konnten ihn nicht bemerken.

Im Namen des Vaters und des Sohnes,

das ist vorstellbar, fassbar,

sogar anfassbar – salopp gesagt,

aber im Namen des Heiligen Geistes,

das ist nicht so berechenbar,

denn der Geist ist unsichtbar,

und der Heilige Geist ist nicht nur unsichtbar,

der ist auch oft nicht erkennbar,

denn seine Welt ist fassungslos,

teilweise sogar sprachenlos,

für viele sogar aussichtslos;

er ist von wolkenloser Musikalität

und wenn man ihn wiegen könnte,

ganz leicht und deshalb so schwierig,

je leichter der Heilige Geist,

desto mehr steckt in ihm,

er weiss alles, sieht und hört alles,

auch jetzt sieht und hört er uns,

er ist im Auftrage Gottes unterwegs,

uns das Schwere leicht zu machen.

Ich will nicht sagen, dass er immer bei uns ist,

wie man wohl in manchen Vorträgen hört,

er hat auch alle anderen Lebewesen in Gottes Welt zu beflügeln.

Wie oft hat er uns verlassen,

der Heilige Geist,

das heisst eigentlich,

wir haben ihn verlassen;

wie oft hat er es uns schwer gemacht,

das heisst, wir haben es ihm schwer gemacht;

und es gibt ja auch tage bei uns,

wo wir ihn wirklich nicht spüren mit unserem kleinen Menschenglauben,

wo wir ihn jedes Mal aufs Neue erfühlen müssen

und glücklich sind,

wenn das Schwere plötzlich in uns abfällt

und der Geist hier in uns und bei uns ist

und Probleme sich aus dem Staub machen

und die Menschen wieder anfangen zu lächeln.

Gott ist leicht,

Gott ist nicht schwer,

Gott ist schwierig, ist kompliziert, ist hoch differenziert,

aber nicht schwer.

Gott ist das Lachen, nicht das Gelächter,

Gott ist die Freude, nicht die Schadenfreude,

das Vertrauen, nicht das Misstrauen;

er gab uns den Sohn, um uns zu ertragen

und er schickt seit Jahrtausenden den Heiligen Geist in die Welt,

dass wir zuversichtlich sind,

dass wir uns freuen,

dass wir aufrecht gehen ohne Hochmut,

dass wir jedem die Hand reichen ohne Hintergedanken

und im Namen Gottes Kinder sind in allen Teilen der Welt,

eins und einig sind

und Fantasten des Herrn werden

von zartem Gemüt

von fassungsloser Grosszügigkeit

von leichtem Geist.

 

Ich zum Beispiel möchte immer Virtuose sein, was den Heiligen Geist betrifft

So wahr mir Gott helfe. Amen

 

Zum Autor: Hanns Dieter Hüsch (* 6. Mai 1925 in Moers; † 6. Dezember 2005 in Werfen) war ein deutscher Kabarettist, Schriftsteller, Kinderbuchautor, Schauspieler, Liedermacher, Synchronsprecher und Rundfunkmoderator.

Mit über 53 Jahren auf deutschsprachigen Kabarett- und Kleinkunstbühnen und 70 eigenen Programmen galt er als einer der produktivsten sowie erfolgreichsten Vertreter des literarischen Kabaretts im Deutschland des 20. Jahrhunderts. Er war ab 1999 Schirmherr des Kabarettpreises  „Das Schwarze Schaf“. Johannes Rau nannte ihn den „Poeten unter den Kabarettisten“.  (wikipedia)

 

EG 136,1+7

1) O komm du Geist der Wahrheit und kehre bei uns ein.

Verbreite Licht und Klarheit, verbanne Trug und Schein.

Giess aus dein heilig Feuer, rühr Herz und Lippen an,

dass jeglicher Getreuer den Herrn bekennen kann.

 

7) Du, Heilger Geist, bereite, ein Pfingstfest nah und fern;

mit deiner Kraft begleite das Zeugnis von dem Herrn.

O öffne du die Herzen der Welt und uns den Mund,

dass wir in Freud und schmerzen das Heil ihr machen kund.

https://www.youtube.com/watch?v=qjyjn1AkXsg

 

Gebet:

Der du unseren Augen verborgen bleibst,

über den unsere Pläne nicht verfügen können,

der sich einstellt, wo wir es nicht erwarten,

dessen Geist weht, wo er will:

Wir sehnen uns nach dir.

Wir hoffen auf dich.

Wir bitten dich: Komm.

Dein Geist wehe durch unseren Geist.

Deine Liebe erneuere unsere Liebe.

Deine Kraft stärke unsere Kräfte. Amen

 

„Der Heilige Geist ist im Auftrage Gottes unterwegs,

uns das Schwere leicht zu machen“.

Ich wünsche uns allen, dass wir es jeden Tag neu spüren und erfahren.

 

Bleiben sie behütet und gesund.

 

Ihre Dagmar Magold