Samstag, 2. Mai 2020: ein gutes Wort für jeden Tag: des freu sich alle Christenheit!

Samstag, 2. Mai 2020: ein gutes Wort für jeden Tag: des freu sich alle Christenheit!


# Berichte
Veröffentlicht von Marc Blessing am Samstag, 2. Mai 2020, 18:49 Uhr
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Samstag, 2. Mai 2020: ein gutes Wort für jeden Tag: des freu sich alle Christenheit!


Lukas Cranach d.J. hat 1561 dieses Bild gemalt: Christus als Sieger über Tod und Teufel


Impuls - von Pfarrer Matthias Burghardt

Die beiden könnten einem fast leid tun-der Knochenmann und das knurrige Tier mit Widderhörnern Keilerhauern und Rattenschwanz. Der Knochenmann versucht aufzustehen, ist aber zu schwach: Ein ironischer Seitenhieb auf den Tod. Der Tod ist zu schwach! Das Tier erleidet das Schicksal, dass ihm bereits im 3. Kapitel der Bibel angekündigt wird- der Kopf des Bösen (dort ist es ja bekanntlich die Schlange)-wird zertreten. In 1. Mose 3, 15b heisst es: "Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen." 

Leid tun die beiden mir nur solange, wie sie solche knuffigen Figürchen auf einem wunderschönen Bild aus dem 16. Jahrhundert bleiben. Ich muss nicht, wie es manche Meister der Meditation vorschlugen, erst mit allen Sinnen in die Hölle herabsteigen, um das Böse kennenzulernen. Ich muss nicht den Hauch des Todes (so hiess mal ein James-Bond-Film. Wir Schülern haben den Titel dann gleich auf einen Lehrer bezogen, der gern Knoblauch ass...) gespürt haben, um seine Unerbittlichkeit kennengelernt zu haben.

Mir reicht ein Blick in die Nachrichten, oder auch ein Blick zu den anderen, manchmal sogar ein Blick in den Spiegel, um zu sehen, was Tod und Teufel, bzw. die Kräfte für die sie stehen, anrichten. Das ist alles andere als niedlich. 

Umso schöner ist das Bild! Christus ist der Sieger. Nicht auf Tod und Teufel soll ich schauen, sondern auf den, der beide überwunden hat. Wohl gibt es noch Tod auf der Welt, und wir Menschen leiden darunter. 


Der Tod, zum Beispiel, wird so sehr gefürchtet, dass ganze Länder die Rechte ihrer Bewohner massiv einschränken, um ihm ein Schnippchen zu schlagen, um den brüllenden Löwen hinter Gittern zu halten so gut es geht. Aber er hat seinen Stachel verloren, so schreibt es der Apostel Paulus im 1. Korintherbrief. Martin Luther: "der Tod ist mir ein Schlaf geworden" (EG 519,1), Paul Gerhard: "Kann uns doch kein Tod nicht töten, sondern reisst unsern Geist aus viel tausend Nöten" (EG 370,8). 


Der Tod ist seines Stachels, das heisst seiner Endgültigkeit und seiner Bitterkeit, beraubt. Er reisst uns nicht von Gott fort, sondern beendet dieses Leben und lässt uns dann ins ewige Leben, zu Gottes Herzen, auferstehen. Er setzt, so traurig er im Einzelfall auch ist, keinen Schlusspunkt, sondern einen Bindestrich, oder ein Kreuz auf dem Grabstein-und wir wissen ja jetzt, was nach dem Kreuz kommt.... .


Ebenso ist es eine so sehr tröstliche Botschaft, dass die Gewalt des Bösen zerbrochen ist. Zwar sehe und spüre ich sie noch überall auf der Welt, und immer wieder auch bei mir selbst, aber sie ist durch die Auferstehung Jesu nicht mehr mein Verhängnis. Jesus bittet uns, im Vaterunser um Vergebung unserer Schuld und um die Erlösung vom Bösen zu bitten. Und darum, dass wir auch zu Vergebern werden und das Böse auf dieser Welt durch unsere Worten und Taten vermindern. Selbst, wenn wir dem Bösen ausgeliefert zu sein scheinen, sind wir es also doch nicht - das können wir zum Beispiel an Dietrich Bonhoeffer sehen. Auch hier nochmal ein Satz mitten aus dem Leben, von Paul Gerhardt: "Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier tun als meiner spotten. Lass sie spotten, lass sie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil sie zuschanden machen." (EG 370,6)


Martin Luther sagte: Wir Christen haben alle Tage Ostern! Führen wir uns also das Bild von Christus, dem Sieger vor Augen und zu Gemüte und freuen wir uns daran!


Lied: Wir wollen alle fröhlich sein (EG 100, Str: 1: Medingen 1380, Str 2-5 bei C. Spangenberg 1568, Mel: Hohenfurt 1410)

1) Wir wollen alle fröhlich sein 

in dieser österlichen Zeit, 

denn unser Heil hat Gott bereit'. 

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja. 

Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

2) Es ist erstanden Jesus Christ, 

der an dem Kreuz gestorben ist; 

ihm sei Lob, Ehr zu aller Frist 

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja. 

Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

3) Er hat zerstört der Höllen Pfort, 

die Seinen all herausgeführt 

und uns erlöst vom ewgen Tod.

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja. 

Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

4) Es singt der ganze Erdenkreis 

dem Gottessohne Lob und Preis, 

der uns erkauft das Paradeis.

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja. 

Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

5) Des freu sich alle Christenheit 

und lobe die Dreifaltigkeit 

von nun an bis in Ewigkeit.

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja. 

Gelobt sei Christus, Marien Sohn. 


Text: 1. Korinther 15, 54-58

Wenn aber dies Verwesliche anziehen wird die Unverweslichkeit und dies Sterbliche anziehen wird die Unsterblichkeit, dann wird erfüllt werden das Wort, das geschrieben steht »Der Tod ist verschlungen in den Sieg.Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?«  Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz.  Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus! Darum, meine lieben Brüder und Schwestern, seid fest und unerschütterlich und nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, denn ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn.


Gebet:

Der du die Schlüssel zum Leben hast:

Entriegele unser Herz,

dass wir die Osterbotschaft aufnehmen

und ihr vertrauen.

Sperr alle trüben Gedanken aus,

alles, was uns ängstigt

und verzweifeln lässt.

Öffne uns für die Freude

an deinem Sieg

über Tod und Teufel

und mach uns gewiss,

dass sich auch auf der Erde

die Pforten der Hölle schließen werden.

Du Lebendiger,

nimm uns mit

in eine Zukunft

ohne Gewalt,

ohne Angst

und Tränen.

Erbarme dich unser!

Amen

Quelle fürs Gebet: https://www.reformiert-info.de...