Donnerstag, 30. April: ein gutes Wort für jeden Tag: schöne Sachen!

Donnerstag, 30. April: ein gutes Wort für jeden Tag: schöne Sachen!


# Berichte
Veröffentlicht am Mittwoch, 29. April 2020, 22:50 Uhr
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Donnerstag, 30. April: ein gutes Wort für jeden Tag: schöne Sachen!


Wort für den Tag

Trink deinen Rebensaft mit frohem Herzen, denn Gott hat längst seinen gefallen daran. Prediger 9,7


Impuls - von Pfarrer Matthias Burghardt

Zu den schönen Sachen, die wir jetzt in der Quarantänezeit besonders machen, gehört es auch, anderen eine Freude zu bereiten. Vor ein paar Tagen hat ein jugendliches Gemeindemitglied, das zu Hause „rausgeflogen“ ist, in unserem Gemeinderaum ein paar Nächte übernachtet, und konnte überlegen, wie es weitergehen soll. Geduscht und mit gewaschenen Sachen machte er sich auf Arbeitssuche und wahrscheinlich macht er sich, wenn die Zeit reif ist, auch auf Versöhnungssuche.


Gestern waren wir bei einem Supermarkt und haben abgelaufenes Essen abgeholt. Zusammen mit der schwedischen Gemeinde teilen wir davon an die Bedürftigen aus, und davon gibt es viele: Haftenlassene in einem katholischen Heim, ehemalige Drogenabhängige in einem kleinen, selbstgebauten und kirchlich betreuten Dorf im Wald, vernachlässigte Kinder in einem evangelischen Gemeindezentrum.


Übrig blieb das, was am Ende wirklich niemand haben wollte. Weintrauben, die ihre besten Tage hinter sich haben. Heute abend zu Hause waschen wir sie, entfernen die Reben, werfen sie in einen Topf und machen Traubensaft daraus. Gewächs des Weinstocks. 


Ich denke an eine Abendmahlsliturgie-„wie viele Weinbeeren zu diesem Wein werden, so füge auch uns aus vielen Völkern und Sprachen zusammen“. Ich denke an die Einsetzungsworte zum Mahl des Herrn: „Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches Tut, sooft ihrs trinket, zu meinem Gedächtnis.“ Ich denke an das eschatologische Freudenmahl, von dem Jesus gesprochen hat und vor ihm die Propheten, an das Weinwunder in Kana, das darauf hinweist. An die Arbeiter im Weinberg. So vieles ist so eng mit den Trauben und dem Wein verbunden!


Und heute, beim Saftkochen, denke ich auch an die Leute in Südafrika, die diese Trauben angebaut und geerntet haben. Wie es ihnen wohl geht? Ich denke an sie und bete für sie. Meine Gedanken schweifen ins Weinanbauland Italien-es fällt mir nicht schwer, an die Leute dort zu denken und für sie zu beten! Ich denke an die Menschen in meiner Stadt, in meiner Gemeinde, die die Trauben in den Laden gebracht haben, die vielleicht etwas völlig anderes gelernt haben und nun froh sind, dass sie Arbeit haben in diesen Zeiten. Und ich denke an die Leute im Laden, die mit Mundschutz und Doppelschichten nun schon seit Wochen die Versorgungskette aufrecht erhalten und Panik vermindern.

Das ist ein ganz besonderer Saft diesmal. 

Wenn ich ihn trinke, dann tue ich das auf Euer Wohl!



Gebet

Wir danken Dir himmlischer Vater für diesen Tag.

Für Deine Gegenwart. 

Für die Menschen, die wir sehen, und die wir nicht sehen. 

Du schenkst uns den Wein, die Frucht des Weinstocks

und der menschlichen Arbeit.

Wir bitten Dich, dass wir jeden Tag mit Dir und miteinander Gemeinschaft haben, die Du uns im Glauben und in der Liebe schenkst.

Danke, dass Du uns schon jetzt eine Ahnung vom Fest gibst, das Du mit uns in Deinem Reich feiern willst.

Dir sei Lob und Ehre jetzt und in Ewigkeit.

Amen.


Lied

Dass Du mich einstimmen lässt in deinen Jubel, o Herr, deiner Engel und himmlischen Heere,

das erhebt meine Seele zu dir, o mein Gott, grosser König, Lob sei Dir und Ehre!

Herr, Du kennst meinen Weg und Du ebnest die Bahn und Du führst mich den weg durch die Wüste!

Und Du reichst mir das Brot und Du reichst mir den Wein und bleibst selbst, Herr, mein Begleiter!

Dass Du mich einstimmen lässt in deinen Jubel, o Herr, deiner Engel und himmlischen Heere,

das erhebt meine Seele zu dir, o mein Gott, grosser König, Lob sei Dir und Ehre!


Kochhinweis: Traubensaft selbst einkochen

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