Montag, 27. April: ein gutes Wort für jeden Tag: das Leben ist schön!

Montag, 27. April: ein gutes Wort für jeden Tag: das Leben ist schön!


# Berichte
Veröffentlicht von Marc Blessing am Montag, 27. April 2020, 21:25 Uhr
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Montag, 27. April: ein gutes Wort für jeden Tag: das Leben ist schön!


Hinweis: Die Predigt von gestern finden Sie hier: 20-04-26.Predigt Misericordias Domini.docx zum Nachlesen. 


Wort für den Tag

Ich danke dir, dass ich wunderbar gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke. Das erkennt meine Seele. Psalm 139, 14.


Impuls - von Kristin Mulcock: Meine Helden in der Corona-Krise

Kristin Mulcock war Teilnehmerin des Glaubenskurses im Februar. Sie ist Mutter von drei Kindern.


Meine zwei Söhne (20 und 14 Jahre) haben einen Gendefekt, das sog. Fragile X Syndrom. Dieser Gendefekt hat u.a. eine geistige Behinderung zur Folge. Ich verabscheue das Wort "Defekt", denn aus meiner Sicht und auch aus ihrer eigenen sind sie nicht "defekt", sie möchten nicht anders sein als sie sind, und sie leiden nicht unter den Fragilen X, sondern nur unter der Intoleranz und dem Unverständnis für ihre Situation in der Gesellschaft. Aber das ist eine andere Geschichte.....


Ich habe schon immer darüber gestaunt und sie auch dafür bewundert, dass sie beide nur im Jetzt leben, die Zukunft nicht planen oder kontrollieren wollen und im absoluten Vertrauen darin sind, dass alles gut ist - und wenn es mal nicht gut ist, dass es dann aber wieder gut wird. Dieses Urvertrauen in die Güte des Lebens wird so oft als Naivität, mangelnder Intellekt oder nicht vorhandenes Vorstellungsvermögen interpretiert.


Aber stellen wir uns nur einmal vor, dass sie Recht haben in der Annahme, dass alles gut ist oder wird, und dass es gilt, das Leben immer nur im Jetzt zu leben, ohne voller Sorgen in die Zukunft zu sehen.


Wieviele von uns kriegen Angstvorstellungen, wenn sie nicht immer alles unter Kontrolle haben oder wenn sie ihr Leben nicht ins Detail vorgeplant haben, für alles eine Versicherung abgeschlossen haben - sogar über den eigenen Tod hinaus?


Ich behaupte wir alle empfinden zumindest Unbehagen dabei.


Und dann kommt plötzlich eine in diesem Ausmaß nie dagewesene Pandemie, alles hält an, wird still, man schließt die Türen vor der Außenwelt, bleibt zu Hause, Panik macht sich breit, Zukunftsängste, Jobverlust, wirtschaftliche Katastrophen werden bis ins kleinste Detail in unzähligen Sondersendungen im Fernsehen prognostiziert, sämtliche Pläne für die Zukunft können erst einmal begraben werden, die vermeintliche Kontrolle ist weg und der erholsame nächtliche Schlaf auch.

Der gesamte Planet scheint sich neu zu ordnen, ist im Umbruch, Chaos, Fragezeichen, innere Unruhe , Nervosität, Krisen.....
.... doch plötzlich beobachte ich meine Jungs und mir fällt auf, dass sie die Selben geblieben sind, voller Freude über jeden neuen Tag, den sie zu Hause mit ihrer Familie verbringen können, über das leckere Essen, eine Radtour bei herrlichem Wetter, die wöchentliche Vorabendserie, die Gottseidank noch im Fernsehen läuft, Badminton spielen im Garten, ein Besuch beim benachbarten Bauernhof, wo man jetzt nicht nur Eier sondern auch Masken kaufen kann.


Ich erkenne, dass meine beiden Söhne meine Helden sind, von denen man so viel lernen kann, dass sie den Durchblick hatten und haben, nicht wir! Und ich erkenne, dass die vermeintliche Kontrolle und Planbarkeit des Lebens eine Illusion war, die einem das Gefühl von Sicherheit vorgegaukelt hat. Ich merke, dass unser Verstand uns den Blick für das Wesentliche und wirklich Wichtige genommen hat.

Und ich nehme mir fest vor, mir ab jetzt an ihrer Lebensphilosophie ein gutes Beispiel zu nehmen und zu verstehen, dass jeder einzelne Moment zählt, nicht die Aussicht auf Morgen oder danach. 


Da fällt mir auch wieder ein, was mein Vater, der vor knapp einem Jahr verstarb, öfter zu mir sagte : "Das Leben besteht aus ganz vielen kleinen aneinandergereihten Momenten, und je mehr schöne Momente Du hattest, desto schöner war Dein Leben am Ende".


Wenn man es so betrachtet, scheint es gar nicht so schwer zu erreichen zu sein, das erfüllte schöne Leben.


Ihre Kristin Mulcock


Abendgebet

Lieber Vater im Himmel, 

du hast mir heute geholfen zu tragen, 

was schwer für mich war. 

Ich danke dir dafür. 

Bleibe auch in der kommenden Nacht bei mir. 

Behüte mich vor Angst und Qual, 

lindere meine Schmerzen, 

schenke mir Schlaf. 

Bewahre mich vor schweren Träumen. 

Gib mir gute Gedanken, wenn ich keine Ruhe finde. 

Behüte die Meinen, die sich um mich sorgen. 

Sie gnädig und gib uns Frieden. 

Amen


Liedempfehlung zum Abend:

Der Tag mein Gott ist nun vergangen.

The day though gavest now is ended

https://www.youtube.com/watch?...

Deutsch: EG 266: Der Tag mein Gott ist nun vergangen

1
Der Tag, mein Gott, ist nun vergangen
und wird vom Dunkel überweht;
am Morgen hast du Lob empfangen,
zu dir steigt unser Nachtgebet.
2
Die Erde sieht dem Tag entgegen,
wir ruhen aus in dieser Nacht
und danken dir, wenn wir uns legen,
für deine treue Hut und Wacht.
3
Denn unermüdlich, wie der Schimmer
des Morgens und die Erde geht,
ist immer ein Gebet und immer
ein Loblied wach, das vor dir steht.
4
Die Sonne, die uns sinkt, bringt drüben
den Menschen überm Meer das Licht;
und immer wird ein Mund sich üben,
der Dank für deine Taten spricht.
5
So sei es, Herr: Die Reiche fallen,
dein Thron allein wird nicht zerstört;
dein Reich besteht und wächst, bis allen
dein großer, neuer Tag gehört.


Liedempfehlung für den ganzen Tag und besonders für die Kinder von Kristin: Jason Mraz: Live is wonderful 

https://www.youtube.com/watch?...