Mittwoch, 25. März 2020: ein gutes Wort für jeden Tag: sei behütet!

Mittwoch, 25. März 2020: ein gutes Wort für jeden Tag: sei behütet!


# Berichte
Veröffentlicht am Mittwoch, 25. März 2020, 07:32 Uhr

Mittwoch, 25. März: ein gutes Wort für jeden Tag: Sei behütet!


Wort für den Tag

Der Herr behüte dich, er behüte deine Seele. 

Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang 

von nun an bis in Ewigkeit. Psalm 121


Gebet - Morgengebet bei Krankheit

Lieber himmlischer Vater, ein neuer Tag beginnt. Gib mir neue Kraft und Geduld. Tröste mich durch dein Wort. Erquicke mich in meiner Mattigkeit. Sei du bei mir, wenn Schmerzen kommen und ich mutlos werde. Lass mich den Tag bestehen und dankbar annehmen, was Menschen mir Gutes erweisen. Du bist mein Gott, dir vertraue ich mich an. Amen. 


LiedvorschlagSei behütet - von Clemens Bittlinger

hier zum Nachhören: https://www.youtube.com/watch?...

Sei behütet auf deinen Wegen, sei behütet auch mitten in der Nacht, 

Durch Sonnentage, Stürme und durch Regen hält der Schöpfer über dir die Wacht.


Mitten in die graue Alltagswelt, die sang- und klanglos mich beengt, höre ich ein Lied, das mir gefällt und mir Perspektiven schenkt.


Sei behütet auf deinen Wegen, sei behütet auch mitten in der Nacht. Durch Sonnentage, Stürme und durch Regen hält der Schöpfer über dir die Wacht.


Immer, wenn wir auseinandergehn, spür ich Trauer, fühl ich mich allein. Und bis wir uns einmal wiedersehn, solln die Worte dein Begleiter sein:


Sei behütet auf deinen Wegen, sei behütet auch mitten in der Nacht. Durch Sonnentage, Stürme und durch Regen hält der Schöpfer über dir die Wacht.


Manchmal, wenn ein Tag zu Ende geht und die Nacht durch alle Ritzen dringt, spüre ich den Wind, der uns umweht und diese Zeilen mit sich bringt:


Sei behütet auf deinen Wegen, sei behütet auch mitten in der Nacht. Durch Sonnentage, Stürme und durch Regen hält der Schöpfer über dir die Wacht.


Impuls

Plötzlich und unvermittelt ist der Begriff "Quarantäne" in unsren Alltag eingefallen. Um Menschen zu schützen, deren Leben durch das Corona Virus ernsthaft gefährdet ist, müssen wir z.T. tiefgreifende Einschnitte in das private, öffentliche und auch kirchliche Leben akzeptieren. Die Ungewissheit, wie lange die strikte "soziale Distanz" für Menschen lebensrettend und notwendig ist, um das Gesundheitssystem insgesamt funktionsfähig zu erhalten, bedrängt viele. 

"Quarantaine" im Wortsinn bezeichnet einen Zeitraum von 40 Tagen. In der Bibel ist die Zahl 40 häufig mit besonderen Zeiterfahrungen verbunden: 40 Tage dauert die Sintflut. 40 Jahre wandert das Volk Israel durch die Wüste auf dem Weg in das gelobte Land. 40 Tage fastet Jesus in der Wüste und muss Versuchungen widerstehen. 40 Tage verbringt der Auferstandene schließlich noch mit seinen Jüngerinnen und Jüngern, bevor er für Menschen körperlich nicht mehr erfahrbar ist. 40 Tage dauert deshalb die Passions- und Fastenzeit vor Ostern, in der wir uns gerade im Kirchenjahr befinden.  

In diesen "Passions-Tagen" denken wir besonders an die Menschen, die getrennt von anderen sind, die aufgrund des Verdachts auf oder der Erkrankung an Corona in "Quarantäne" leben. 


Trotz aller Distanz brauchen wir den Austausch und das Gespräch mit anderen. Am Besten per Telefon, Mail oder Briefe (!). Aber viele gerade durch Corona besonders gefährdete Menschen können Kontakte von sich aus nur schwer halten. Hier sind alle anderen gefordert, die Verbindung nicht abreißen zu lassen und kreative Möglichkeiten des In-Beziehung-Bleibens zu finden.  

Kirche ist Gemeinschaft, denn "wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen", sagt Jesus (Matthäus 18,20). Trotz weitgehendem Verzicht auf physische Gemeinschaft üben wir momentan, Kirche auf andere Weise zu sein - und wenigstens virtuell z.B. über den livestream-Gottesdienst oder das "gute Wort" einander zu stärken und zu ermutigen. 

Am heutigen Mittwoch, 25. März, lädt Papst Franziskus zusammen mit dem Lutherischen Weltbund und dem ökumenischen Rat der Kirchen dazu ein, um 12.00 Uhr für einen Moment innezuhalten und gemeinsam das Vaterunser zu beten. In Deutschland werden die Glocken dazu läuten - vielleicht auch in Genf? Abends gelingt es schon als tröstliches Zeichen der Verbundenheit, in vielen Stadtteilen bei offenen Fenstern, auf Balkonen und in Gärten den Hilfskräften zu applaudieren - und in manchen Quartiers sogar zu singen oder zu musizieren. So kann Gemeinschaft erfahrbar werden - wir sind nicht allein. Und: Gott ist bei uns. 


Es gibt sie, die Zeichen der Hoffnung, auch durch die räumliche "Trennung" von anderen Menschen hindurch, oder über sie hinaus. Sie helfen uns, die Einschränkungen und Schwierigkeiten dieser Wochen zu ertragen und anzunehmen. Sie sind Hoffnungszeichen dafür, dass Gott unsere Seele behüten will vor allem Übel, auch in Zeiten der "Quarantäne". 
 

In einem Dorf im Schwäbischen haben Kinder mit Kreide auf Straßen und Gehwege geschrieben: Sei behütet. Eine Kurzzusammenfassung von Psalm 121, den wir auch am letzten Sonntag im Gottesdienst miteinander gebetet haben. 

"Der HERR behüte Dich vor allem Übel, er behüte Deine Seele. Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit."
 Gott hat versprochen, uns zu bewahren, unsere Seele bis in alle Ewigkeit zu behüten. Unser Leben und unser Sterben stehen unter dem Schutz und Segen Gottes. Wir sind nicht Gott-verlassen. Im Gegenteil. 

Es wäre wunderbar, wenn wir entdecken dürften, wie weit unser Herz, wie stark unsere Solidarität und wie kreativ unser Glaube trägt - ein Segen, den Gott uns schenkt. Seien Sie behütet und bleiben Sie gesund oder werden es wieder.