Montag, 23. März 2020: ein gutes Wort für jeden Tag: Zusammenstehen!

Montag, 23. März 2020: ein gutes Wort für jeden Tag: Zusammenstehen!


# Berichte
Veröffentlicht von Marc Blessing am Montag, 23. März 2020, 23:13 Uhr

Montag, 23. März 2020: Zusammenstehn!


Wort für den Tag

Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. Gal. 6,2


Abendgebet 

Lieber Vater im Himmel, du hast mir heute geholfen zu tragen, was schwer für mich war. Ich danke dir dafür. Bleibe auch in der kommenden Nacht bei mir. Behüte mich vor Angst und Qual, lindere meine Schmerzen, schenke mir Schlaf. Bewahre mich vor schweren Träumen. Gib mir gute Gedanken, wenn ich keine Ruhe finde. Behüte die Menschen, die sich um mich sorgen. Sei gnädig und gib uns deinen Frieden. Amen. 


Lied zum Tag: Zusammenstehen

Berührendes und schönes Lied zur Corona-Krise von Sebel: Zusammenstehn!

hier mit einem klick zum Nachhören: https://youtu.be/tOG6gzkNZV4


Zusammenstehn

Es traf uns wie ein Schlag ins Gesicht 

aus ´nem fiesen dunklen Hinterhalt 

erst Einen, dann Zwei dann gleich Tausende 

und es ist kein Ende in Sicht 

Auch der Kiosk um die Ecke macht die Schotten dicht 

Ich weiß es tut weh doch anders geht es nicht 


Doch ich glaub, dass sich grade was Großes tut 

Zwischen hier und dem Ende der Welt 

Nichts bleibt wie es war, die Weichen werden neu gestellt 

Ich bleib Optimist und ich geb´ nicht auf 

Am Ende kommt bestimmt was Gutes raus 


Ref.: Wir können etwas schaffen wenn wir als Menschen 

Das Große und Ganze sehen 

Und in den Kampf gehen gegen das Virus 

weil wir alle zusammen stehen 


Es geht ein Gespenst um die Welt 

Und es ist scheißegal ob arm oder reich 

Ob schwarz oder weiß 

Jedes verlorene Leben ist ein zu hoher Preis 

Auch wenn es droht, dass es alles auseinander reisst 

Könnt es sein, dass es uns alle zusammenschweißt 

Ich glaube an das Gute und ich hör´ damit nicht auf.


Impuls

Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. 

Es ist Kindergottesdienst. 

Acht Kinder scharen sich um den Stein mit der Taufschale. 

Der Pfarrer bittet das kleinste Kind zu sich nach vorne. 

Das Kind soll versuchen, die Taufschale aus dem Stein zu heben. 

Das Kind müht sich und müht sich, doch die Taufschale ist viel zu schwer. 

Der Pfarrer bittet nun alle Kinder, gemeinsam zu versuchen, die Taufschale aus dem Stein zu heben. 

Sie packen alle mit an - und siehe, es gelingt! 


Ein kleines Experiment - aber die Kinder verstehen sofort:  

Für einen allein ist die Last zu schwer. 

Aber gemeinsam lässt sie sich tragen. 

Einer trage des andern Last. 


Heute schreibt mir ein Familienvater, er sei positiv auf Corona getestet und zu Hause in Quarantäne. 

Er muss den ganzen Tag in seinem Zimmer bleiben. Kontakte mit seiner Frau und zu seinen Kindern sind unbedingt zu vermeiden. 

Wie gut, dass er eine Familie um sich hat, die ihn versorgt und ihm so gut wie möglich aus der Entfernung beisteht.  

Das Fieber ist schon wieder abgeklungen. Er hat das Virus überlebt. Klingt dramatisch, aber so ist die Situation. Dankbar ist er für die, die ihm jetzt gerade beistehen. Gemeinsam geht das besser. 


Es sind nicht mehr nur Menschen aus der Risikogruppe der älteren und chronisch Kranken betroffen. Deshalb auch die ernsten Appelle der deutschen Kanzlerin (die sich gestern selbst in Quarantäne begeben musste), dass auch die Jüngeren ihre Verantwortung wahrnehmen. Keiner ist völlig gefahrlos unterwegs. 


Zusammenstehn! Darum geht es. 


Die Lasten gemeinsam tragen und so das Gebot Jesu, einander zu lieben, erfüllen. 


Das ist nicht leicht. Weil die Last, die uns gegenwärtig auferlegt wird, schwer zu (er)tragen ist. 

Und weil wir erfinderisch sein müssen, das Gebot Jesu zu erfüllen, wenn wir uns gerade nicht die Hände reichen, nicht in den Arm nehmen und nicht besuchen dürfen. 


Jesus hat immer wieder Menschen beigestanden, die Last ihres Lebens zu tragen. Zachäus holte er aus der sozialen Isolation zurück. Das Kind eines fremden Mannes befreite er von seinen Dämonen. Den Bartimäus erlöste er aus seiner Dunkelheit. Und Lazarus hat er aus dem Tod ins Leben zurück geholt. 


... so werden wir das Gesetz Christi erfüllen.


Viele Jüngere haben sich in der letzten Woche bei mir gemeldet und sagen: Wir können gern einkaufen gehen für Menschen, die sich zurecht nicht aus der Wohnung trauen. Einer trage des anderen Last. 


Also: Courage: Machen Sie bitte gern Gebrauch von diesem Angebot. Aus fast allen Stadtteilen Genfs und aus Ferney-Voltaire haben sich Gemeindemitglieder angeboten, einzukaufen oder mit dem Hund rauszugehen oder was sonst nötig ist. Mail mit Einkaufsliste und/oder Anruf (022-3104187) genügt - und wir stellen einen Kontakt her. Geteilte Last ist halbe Last. Denn die Bringdienste von der Migros und von Coop sind heillos überlastet. Nach zwei Tagen Warten bis die Bestellung angenommen wurde soll das Bestellte in vierzehn Tagen ausgeliefert werden - berichtet ein Gemeindemitglied. 


Einer trage des anderen Last - die stärkeren jungen Leute wollen gern helfen, den älteren Menschen zu helfen. Einer trage des anderen Last. Also: Courage! Im besten Fall bringt es uns auch über die Generationengrenze hinweg mit einander in Verbindung. 


Alles Keimfreie!

Ihr Marc Blessing